Baustellenfotos richtig nutzen
Fotos aus der eigenen Arbeit überzeugen mehr als jeder Werbetext, weil sie zeigen, was der Betrieb kann. Dafür müssen sie gut aufgenommen, eingeordnet und rechtlich sauber sein.

Welche Fotos helfen
Interessenten wollen vor allem sehen, ob ein Betrieb sauber arbeitet und ob das Ergebnis zu ihrem Vorhaben passt. Eine Auswahl weniger guter Bilder pro Projekt bringt mehr als dreißig ähnliche.
Vorher, währenddessen, nachher
Der Zustand vorher macht die Leistung sichtbar. Bilder aus der Bauphase zeigen den Aufbau, den man später nicht mehr sieht: Dämmung, Abdichtung, Leitungen, Unterkonstruktion. Das fertige Ergebnis rundet ab. Am besten wirkt eine Reihe, die vom selben Standpunkt aus aufgenommen wurde, damit sich Vorher und Nachher direkt vergleichen lassen.
Details und Team bei der Arbeit
Saubere Anschlüsse, Fugen, Übergänge und Kanten zeigen Sorgfalt, die in der Gesamtansicht untergeht. Dazu kommen einige Bilder vom Team bei der Arbeit. Ein Foto von jemandem, der konzentriert arbeitet, sagt mehr als das gestellte Gruppenbild vor dem Firmenwagen. Wer auf dem Bild ohne vorgeschriebene Schutzausrüstung zu sehen ist, wirkt unprofessionell, deshalb Helm und Sicherung beim Fotografieren im Blick behalten.
Was nicht hilft
Bilder aus Archiven verraten sich schnell: Der Dachdecker auf dem Foto trägt fremde Arbeitskleidung, das Haus steht erkennbar nicht in der Region. Ebenso wenig helfen Fotos, auf denen nichts zu erkennen ist, etwa ein Materialhaufen, eine verwackelte Wand oder ein Bild im Gegenlicht. Fremde Arbeiten als eigene auszugeben ist irreführend und kann rechtliche Folgen haben.
Mit dem Handy gut fotografieren
Eine aktuelle Handykamera reicht völlig aus. Es kommt auf wenige Handgriffe an:
- Linse vorher mit einem Tuch abwischen, Fingerabdrücke machen Bilder milchig
- Tageslicht nutzen, nicht gegen die Sonne fotografieren, ohne Blitz
- Querformat für die Website, zusätzlich Hochformat für Treppen, Fassaden oder Schornsteine
- Das Handy gerade halten, senkrechte Kanten sollen senkrecht stehen, das Raster der Kamera-App hilft dabei
- Näher herangehen statt zoomen, denn der digitale Zoom kostet Schärfe
- Mehr Bilder machen als nötig und später aussortieren
Vor dem Foto kurz aufräumen: Werkzeug, Müllsäcke, offene Farbeimer und Restmaterial aus dem Bild nehmen. Die Baustelle muss nicht steril aussehen, aber Ordnung zeigt, wie jemand arbeitet. Persönliche Dinge der Bewohner wie Fotos, Post oder Medikamente gehören ebenfalls nicht ins Bild.
Der Zeitpunkt zählt. Fotografieren Sie vor Arbeitsbeginn und, bevor eine Wand geschlossen wird, denn verdeckte Arbeiten sind danach nicht mehr zu zeigen. Ein letztes Set entsteht am Ende, wenn aufgeräumt ist. Hilfreich ist eine feste Gewohnheit: Wer im Team festlegt, wer an welchem Auftrag fotografiert, verliert weniger Material.
Aus dem Auftrag eine Referenz machen
Ein Foto ohne Text bleibt ein Foto. Für eine Referenz genügen drei bis fünf Sätze, die drei Fragen beantworten:
- Was wurde gemacht? Art und Umfang des Auftrags, etwa Sanierung eines Satteldachs oder Badumbau auf acht Quadratmetern
- Wo? Ort oder Region in groben Worten, nicht die Adresse
- Was war besonders? Eine Schwierigkeit, eine Lösung, ein Material, ein enger Zeitplan
Ein erfundenes Beispiel zur Orientierung: „Sanierung eines Satteldachs an einem Einfamilienhaus im Landkreis. Die alte Eindeckung war undicht, einzelne Sparren waren geschädigt. Erneuert wurden Latten, Unterspannbahn und Ziegel, dazu kam eine Dämmung zwischen den Sparren. Die Arbeiten liefen bei laufendem Wohnbetrieb.“ Der Text nennt Umfang, Ort in groben Worten und eine Besonderheit, mehr braucht es nicht.
Soll ein Satz des Kunden danebenstehen, fragen Sie vorher und geben ihn im Wortlaut wieder. Gekürzt oder geglättet wird ein Zitat nur mit Einverständnis, und erfunden wird es nie.
Bildbeschreibungen nicht vergessen
Zu jedem Bild gehört ein kurzer Alternativtext, der beschreibt, was zu sehen ist, etwa „Neue Dachfenster in der Dämmebene, Blick von innen“. Das hilft Menschen, die die Seite mit Vorlesesoftware nutzen, und macht die Bilder für Suchmaschinen verständlicher. Auf den Zusatz „Foto von“ kann man verzichten.
Rechte und Einwilligungen
Beim Veröffentlichen von Baustellenfotos treffen mehrere Interessen aufeinander: die des Auftraggebers, der Mitarbeitenden und die von Dritten. Vorsichtig zu sein kostet wenig.
Bauherr und Auftraggeber
Das Gebäude gehört nicht dem Betrieb, auch wenn er es saniert hat. Fragen Sie den Bauherrn vor der Veröffentlichung um Erlaubnis, am besten schriftlich, etwa mit einem Satz im Auftrag oder per E-Mail. Klären Sie dabei, welche Bilder gezeigt werden dürfen, etwa nur Innenräume oder auch die Außenansicht.
Sagt der Bauherr Nein, bleibt der Auftrag davon unberührt. Dann entfällt die Referenz, oder es erscheinen nur Detailaufnahmen, auf denen weder das Gebäude noch der Ort zu erkennen ist. Die Fotos bleiben für den internen Gebrauch erhalten, etwa zur Dokumentation.
Mitarbeitende und andere Personen
Erkennbare Personen dürfen in der Regel nur mit Einwilligung gezeigt werden. Bei Mitarbeitenden sollte sie schriftlich vorliegen und sich jederzeit widerrufen lassen. Bei Auszubildenden unter 18 Jahren braucht es in der Regel zusätzlich die Zustimmung der Eltern. Bewohner, Nachbarn und Passanten sollten gar nicht erkennbar sein. Wer Bilder nicht selbst aufgenommen hat, braucht außerdem das Recht, sie zu nutzen.
Was im Bild nicht zu sehen sein sollte
- Hausnummern sowie Klingel- und Namensschilder
- Kfz-Kennzeichen von Fahrzeugen auf der Straße
- Pläne, Unterlagen, Bildschirme und Zugangscodes
- Sicherheitstechnik wie Alarmanlagen, Tresore oder Schlüsselkästen
Auch in der Bilddatei selbst stecken Angaben. Viele Handys speichern den Aufnahmeort in den Metadaten. Schalten Sie die Standortspeicherung in der Kamera ab oder entfernen Sie die Daten vor dem Weitergeben, sonst lässt sich der Ort aus der Datei ablesen. Wenn ein Detail doch ins Bild geraten ist, lässt es sich unkenntlich machen oder das Bild wird nicht verwendet.
Das sind allgemeine Hinweise und keine Rechtsberatung. Bei Unsicherheit fragen Sie eine Anwältin oder einen Anwalt.
Dateigrößen und Ordnung
Aktuelle Handys erzeugen Fotos mit mehreren Megabyte. Auf einer Website führen solche Dateien zu langen Ladezeiten, vor allem unterwegs. Für die Seite werden Bilder deshalb in der Breite verkleinert und komprimiert, meist auf etwa 1600 bis 2000 Pixel. Für die Weitergabe gilt das Gegenteil: lieber die Originale schicken als die stark komprimierten Kopien aus einem Messenger. Wer per WhatsApp sendet, wählt „Dokument“ statt „Bild“.
Mit etwas Ordnung bleibt das Archiv brauchbar, und die besten Bilder lassen sich später für die Website und für das Google-Unternehmensprofil wiederverwenden:
- Ein Ordner pro Auftrag, benannt mit Jahr, Monat und Art der Arbeit
- Dateinamen mit Phase und Nummer, zum Beispiel 2026-09_dachsanierung_vorher_01.jpg
- Pro Auftrag fünf bis zwölf beste Bilder markieren, Unscharfes und Schiefes löschen
- Einwilligungen des Bauherrn und der abgebildeten Personen im selben Ordner ablegen
Wie Referenzen auf der Website eines Handwerksbetriebs aufgebaut werden, steht auf der Seite Website für Handwerker. Texte entstehen auf Wunsch bei Bemuar, Sie prüfen und geben jeden Text frei.
Kontakt
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