Wissen · Technik

Canonical-Tag: damit Google die richtige Adresse Ihrer Seite wählt

Dieselbe Seite ist oft unter mehreren Adressen erreichbar, etwa mit und ohne www oder mit angehängten Parametern. Der Canonical-Tag sagt Google, welche Adresse die maßgebliche ist.

Kurz zusammengefasst

  • Der Canonical-Tag ist ein link-Element im Kopfbereich einer Seite und nennt die bevorzugte Adresse dieses Inhalts.
  • Er hilft, wenn derselbe Inhalt unter mehreren Adressen erreichbar ist: http und https, mit und ohne www, mit Parametern.
  • Empfehlenswert ist, dass jede Seite sich selbst als Canonical angibt (Selbstreferenz), mit der vollständigen Adresse.
  • Der Tag ist ein Hinweis und keine Anweisung. Bei www- und https-Varianten ist eine Weiterleitung die stärkere Lösung.

Das Problem: eine Seite, viele Adressen

Für Menschen ist eine Seite eine Seite. Für Google ist jede Adresse eine eigene. Dieselbe Leistungsseite kann deshalb unter mehreren Varianten erreichbar sein:

  • mit http und mit https
  • mit www und ohne www
  • mit und ohne Schrägstrich am Ende der Adresse
  • mit angehängten Parametern wie ?utm_source=newsletter oder ?sort=name
  • als index.html oder als Druckversion

Erkennt Google, dass der Inhalt gleich ist, wählt es selbst eine Version aus, und das ist nicht immer die, die Sie gern hätten. Eine Abstrafung im engeren Sinne ist mit doppelten Inhalten dieser Art in der Regel nicht verbunden. Es zeigt aber meist nur eine Version, und Verlinkungen auf die verschiedenen Varianten laufen auf mehrere Adressen auseinander. Genau das soll der Canonical-Tag ordnen.

Wie der Canonical-Tag aussieht

Der Tag steht im Kopfbereich der Seite und sieht so aus: <link rel="canonical" href="https://www.beispiel.de/leistungen/">. Er nennt die Adresse, die Google als maßgeblich für diesen Inhalt betrachten soll.

Tragen Sie die vollständige Adresse ein, mit https und der gewählten Schreibweise der Domain. Relative Pfade wie „/leistungen/“ kann Google falsch deuten. Pro Seite sollte es nur einen Canonical-Tag geben, und er gehört in den Kopfbereich. Steht er im sichtbaren Teil der Seite, beachtet Google ihn nicht. Für Dateien ohne Kopfbereich, etwa PDFs, kann der Server die Angabe im HTTP-Antwortkopf mitschicken.

Selbstreferenz: jede Seite nennt sich selbst

Auch Seiten ohne bekannte Duplikate verweisen am besten auf sich selbst. Pflicht ist das nicht, es beugt aber einem häufigen Problem vor. Hängt später jemand einen Parameter an die Adresse, etwa ein Newsletter-Programm, ein Werbelink oder ein soziales Netzwerk, zeigt die Variante im Code weiterhin auf die saubere Adresse. Ein Restaurant verschickt zum Beispiel einen Newsletter mit einem Link auf die Speisekarte. Das Programm ergänzt einen Parameter, die Seite sieht gleich aus, und der Canonical-Tag verweist auf die Adresse ohne Parameter.

Ähnlich ist es bei einem Friseursalon mit Preisliste und Filtern für Damen und Herren. Jeder Filter kann eine neue Adresse erzeugen, obwohl die Seite im Kern dieselbe bleibt. Zeigen alle Varianten auf die Hauptadresse, weiß Google, welche Fassung gemeint ist.

www, https und Schrägstrich: eine Variante festlegen

Entscheiden Sie sich für genau eine Schreibweise, zum Beispiel https mit www oder https ohne www. Alle anderen Varianten sollten per dauerhafter Weiterleitung auf die gewählte Adresse führen. Das ist technisch sauberer als der Canonical-Tag allein, weil Besucher und Suchmaschinen sofort auf der richtigen Adresse landen. Der Canonical-Tag ergänzt die Weiterleitung als zweite Absicherung. Eingestellt wird die Weiterleitung beim Hoster oder in der Konfiguration des Webservers.

Halten Sie die gewählte Variante überall gleich: in internen Links, in der XML-Sitemap, im Google-Unternehmensprofil und in Verzeichniseinträgen. Je einheitlicher die Signale, desto seltener entscheidet Google anders, als Sie es wollten.

Canonical-Tag oder Weiterleitung: was wann passt

Die beiden Mittel lösen verschiedene Aufgaben. Eine Weiterleitung schickt Besucher und Suchmaschinen von einer Adresse zu einer anderen. Wer die alte Adresse aufruft, landet automatisch auf der neuen. Das passt, wenn eine Variante gar nicht mehr existieren soll, etwa die Adresse ohne https oder eine Seite, die umgezogen ist. Der Canonical-Tag lässt dagegen beide Adressen bestehen und benennt nur die maßgebliche. Das passt, wenn mehrere Adressen für Besucher nötig bleiben, zum Beispiel eine Seite mit Filter, eine Druckansicht oder ein Link mit Werbeparameter.

Ein Handwerksbetrieb mit einer Leistungsseite und einer separaten Druckversion setzt auf der Druckversion einen Canonical-Tag auf die normale Seite. Zieht derselbe Betrieb mit der Website auf eine neue Domain um, leitet er jede alte Adresse auf die entsprechende neue weiter.

Typische Fehler

  • Auf allen Seiten steht dieselbe Canonical-Adresse, meist die der Startseite, durch eine falsche Einstellung im Theme oder Plugin. Dann behauptet jede Unterseite, eine Kopie der Startseite zu sein, und Google kann die Unterseiten außer Acht lassen.
  • Der Canonical-Tag zeigt auf eine Adresse, die weiterleitet, einen Fehler liefert oder per noindex ausgeschlossen ist. Die Signale widersprechen sich.
  • Es steht ein relativer Pfad statt der vollständigen Adresse im Tag, oder die Adresse beginnt mit http statt https.
  • Auf einer Seite stehen zwei verschiedene Canonical-Tags, etwa einer vom Theme und einer vom SEO-Plugin.
  • Der Canonical-Tag soll eine Seite ersetzen, die gar nicht mehr existieren soll. Dafür sind Weiterleitung oder Löschung der richtige Weg.
  • Der Tag verweist auf eine Seite mit deutlich anderem Inhalt, etwa von einem Ratgeberbeitrag auf eine Leistungsseite, um diese zu stärken. Google erwartet beim Canonical gleiche oder sehr ähnliche Inhalte und übergeht abweichende Angaben häufig.

Ein Hinweis, keine Anweisung

Google behandelt den Canonical-Tag als starken Hinweis, nicht als Befehl. Sprechen andere Signale dagegen, etwa Weiterleitungen, interne Links oder die Sitemap, kann es eine andere Adresse wählen. Deshalb sollten alle Angaben zusammenpassen. In der Search Console zeigt die URL-Prüfung, welche Adresse Google für eine Seite als maßgeblich gewählt hat. Weicht sie von Ihrer Angabe ab, lohnt sich die Suche nach dem Grund.

Ein Zusammenspiel gibt es auch mit der Indexierung: Eine Seite mit noindex gehört nicht in die Sitemap und sollte auch nicht Ziel eines Canonical-Tags sein. Wie die Steuerung von Abruf und Aufnahme funktioniert, erklärt der Beitrag zu noindex und robots.txt.

Prüfen und festlegen

Ob eine Seite einen Canonical-Tag hat und ob er auf die Adresse zeigt, unter der sie ausgeliefert wurde, sehen Sie im kostenlosen SEO-Check. Verweist er auf eine andere Adresse, gibt der Test einen Hinweis, denn das kann gewollt sein, etwa bei einer Druckversion, oder ein Fehler. Im Bereich Technik sehen Sie außerdem, ob die Domain ohne https auf https weiterleitet. Ob die Variante mit oder ohne www weiterleitet und welche Adresse Google am Ende wählt, prüft der Test nicht. Das zeigt die URL-Prüfung der Search Console. Eine Anmeldung braucht der Test nicht, die eingegebene Adresse wird nicht gespeichert.

Die saubere Einrichtung von Weiterleitungen, Canonical-Angaben und Sitemap gehört zu den technischen Grundlagen der SEO bei Bemuar Technology.

Kontakt

Erzählen Sie kurz, worum es geht. Sie bekommen eine persönliche Antwort per E-Mail oder Telefon.

[email protected]
Anrufen
Bemuar Technology
Wolfsburg, Niedersachsen
+49 173 3799388
WhatsApp
Nachricht schreiben
oder Fotos schicken
+49 1575 0443544

Projekt in Wolfsburg oder direkt in der Region? Für Termine vor Ort ist bemuar.de die richtige Adresse.

Hinweise zur Verarbeitung Ihrer Angaben stehen in der Datenschutzerklärung.